| Pythons |
Der Python-curtus-KomplexHierzu zählen drei vom Körperbau sehr ähnliche Arten aus Südostasien, die früher als Unterarten des Blutpythons (Python curtus) geführt wurden. Neuere taxonomische Untersuchungen führten dazu, dass die Tiere heute als eigene Arten anerkannt sind. Da sie sehr eng miteinander verwandt sind, benutzen viele Biologen und Halter den Sammelbegriff "Komplex".
Die drei Arten des Python-curtus-Komplexes gehörten von Anfang an zu meinen ganz besonderen „Lieblingen“. Die wunderbare Zeichnung der Tiere, die überschaubare Größe und die hohe Variabilität von Blutpythons (Python brongersmai), Buntpythons (Python breitensteini) und Kurzschwanzpythons/Schwarzen Blutpythons (Python curtus) sind dafür ausschlaggebend gewesen. Es sind wundervolle Terrarientiere, die wenig Bewegung benötigen und bei vernünftiger Haltung – insbesondere ausreichend hoher Luftfeuchtigkeit – kaum je Probleme machen. Früher galten diese Arten als heikel, was allerdings v. a. an den schwer mit Parasiten befallenen Wildfängen und dem fehlenden Augenmerk auf der Luftfeuchte lag.
Als erster entwickelte sich der Buntpython zu einem "normalen" Terrarientier, hier gibt es heute viele Linien mit geradezu „zahmen“ Tieren, die gleiche Entwicklung macht gerade auch der Blutpython durch, von dem derzeit besonders viele Farmzuchten aus Indonesien importiert werden und zudem regelmäßig neue spektakuläre Farbformen auftauchen. Der Kurzschwanzpython hat dagegen immer so etwas wie eine „Sonderrolle“ behalten: Die teilweise fast schwarzen Tiere sind die ungestümsten innerhalb des Komplexes und Nachzuchten gelten bis heute noch als Seltenheit in europäischen Terrarien.
Weil dies immer die erste Frage von Interessenten ist: Glauben Sie nicht die Märchen von Blutpythons, die quasi dauerhaft nach allem und jedem beißen. Dies entspricht nicht den Tatsachen! Es darf aber auch nicht verschwiegen werden, dass es solche Tiere gibt und diese Schlangen natürlich auch zubeißen können! Wildfänge sind tatsächlich häufig ein Leben lang echte „Beißer“, bei Farmzuchten kommt es auf die Häufigkeit des Händlings an. Nachzuchten hingegen sind normalerweise ähnlich ruhig wie viele Boa constrictor. Ich empfehle daher dringend, Nachzuchten zu erwerben, Sie werden wesentlich mehr Freude an diesen Tieren haben!
Bei vielen meiner über 30 Zuchttiere dieser Arten kann ich ruhigen Gewissens mit bloßer Hand im Terrarium arbeiten, etliche Tiere kann man sogar ganz ohne Schlangenhaken aus ihren Becken nehmen. Eine Erfahrung, die auch viele andere Halter gemacht haben. Natürlich kommt es auf die Umstände der Haltung an, wie eine Schlange reagiert: Wird das Terrarium nur zur Fütterung geöffnet oder riecht es nach Futter, schnappt auch der bravste Blutpython einmal zu. Daher verbietet sich auch eine Fütterung mehrerer Tiere in einem Becken, dies führt fast immer zu Unfällen und wild ineinander verbissenen Schlangen. Allerdings besitze ich auch drei Tiere, die selbst dann nicht zuschnappen, wenn ein Futtertier vor ihnen abgelegt wurde. Nach meiner Erfahrung sind Weibchen häufig „temperamentvoller“ als Männchen. Eine kleine Besonderheit zeigen aber nach meiner Erfahrung fast alle Tiere des Python-curtus-Komplexes: Es gibt eine „Sturm-und-Drang-Phase“ bei halbwüchsigen Tieren von etwa 60–90 cm Länge (natürlich individuell etwas verschieden), in denen die Tiere hektischer reagieren als davor und danach und auch häufiger zu schnappen versuchen. Leider verlieren viele Halter in dieser Zeit die Lust an ihren Schlangen und geben sie ab. Solche Pythons können aber schon ein paar Monate später wieder relativ ruhig sein, wenn sie eine gewisse Größe – und damit offensichtlich verbunden – auch etwas mehr Ausgeglichenheit erreicht haben. Ich besitze beispielsweise ein Pärchen Albinos, in den Monaten nach ihrer Ankunft aus den USA ständig versuchten, nach mir zu schnappen. Heute entnehme ich z. B. das Gelege des brütenden Weibchens mit der bloßen Hand oder hebe die Tiere nach einer kurzen Vorwarnung (Hand auf den Kopf legen) ohne Haken aus dem Terrarium – und es passiert rein gar nichts! Andere PythonsNeben den Arten des Blutpython-Komplexes halte ich mit Weißlippen-Pythons, Bismarck-Pythons, und Zwerg-Tigerpythons drei weitere südostasiatische Arten, die recht ähnliche Ansprüche stellen. |

