| Eidechsen |
Zauneidechse (Lacerta agilis)
Die Zauneidechse ist die wohl bekannteste einheimische Eidechse. Sie steht wie alle europäischen Reptilien unter Arten- und Naturschutz und darf nicht gefangen oder gestört werden. Nur Exemplare mit entsprechenden Papieren dürfen gepflegt werden, der Halter muss sie allerdings bei der zuständigen Behörde anmelden. Im Terrarium erreichen Zauneidechsen ausnahmsweise Gesamtlängen von bis zu 24 cm, normal sind aber 18 cm. Die Färbung und Zeichnung ist je nach Individuum, Geschlecht und Alter sehr variabel. Während der Paarungszeit sind Männchen deutlich an der wunderschönen smaragdfarbenen bis bläulichen Imponierfärbung zu erkennen, die Weibchen sind stets bräunlich gefärbt. Zauneidechsen sind streng tagaktiv und wahre Sonnenanbeter. Die Eiablagen erfolgen meist im Mai oder Juni, vereinzelt auch noch bis August. Dazu werden vergleichsweise feuchte Plätze aufgesucht, die von der Sonne erreicht werden. Das Weibchen gräbt kleine Löcher und setzt darin 5–12 weichschalige Eier ab. Nach 6–8 Wochen schlüpfen die winzigen Eidechsen, die mit vitaminisierten Micro-Grillen aufgezogen werden können. Ich pflege eine äußerst zahme Zuchtgruppe, die ein tolles Sozialverhalten zeigt – man kann ihnen stundenlang zuschauen! Mehr Informationen zur Biologie der Zauneidechse...
Blindschleiche (Anguis fragilis)
Blindschleichen sind wohl die Echsen Deutschlands mit den meisten falschen Vorstellungen in der Bevölkerung: Es sind keine Schlangen, schon gar nicht giftig und sie sind auch nicht blind. Die beinlosen Echsen werden üblicherweise etwa 35–40 cm lang und lieben eher feuchte Habitate mit Anbindung an einen Sonnenplatz. Der Schwanz besitzt eine Sollbruchstelle, er kann bei Gefahr abgeworfen werden und zuckt dann, um die Aufmerksamkeit des Angreifers darauf zu lenken. In Menschenhand gehaltene Blindschleichen zeigen dieses Verhalten allerdings kaum noch. Blindschleichen sind ovovivipar („lebendgebährend“). Die Tragzeit der Weibchen dauert 11–14 Wochen; anschließend – zwischen Mitte Juli und Ende August, manchmal noch später – werfen sie meist 8–12 lebende Jungtiere. Bei der Geburt sind die Babys 8–10 cm klein und können eigentlich nur mit Mini-Regenwürmern zur Nahrungsaufnahme gebracht werden. Größere Exemplare fressen neben Regenwürmern und Schnecken auch Mehlwürmer, Wachsmottenlarven, Heimchen und andere Insekten. Ich pflege eine kleine Zuchtgruppe. Auf eine nicht zu trockene Haltung ist zu achten! Mehr Informationen zur Biologie der Blindschleiche...
Mauereidechse (Podarcis muralis)
Die Mauereidechse erreicht eine Gesamtlänge bis zu 25 cm. Die Mauereidechse ist von Nordost- und Mittel-Spanien ostwärts über Mitteleuropa und die Balkanländer bis zur Westküste des Schwarzen Meeres verbreitet. Auch in Deutschland gibt es einige Populationen, viele davon sind allerdings gefährdet, auch wenn sich andernorts gerade Mauereidechsen als Kulturfolger z. B. des Weinanbaus erweisen. Es sind sehr schlanke, grazile Echsen mit einer wunderbaren Zeichnung. Insgesamt sind sie zwar ruhig, aber nicht so zahm wie Zauneidechsen. Mauereidechsen leben in sehr trockenen Biotopen und sind echte Sonnenanbeter, nur für die Eiablage suchen sie sich feuchtere Stellen. Ich halte eine kleine Gruppe zusammen, die aufgrund des Platzangebots auch keine ernstzunehmenden Streitereien zeigt. Die Nachzucht ist nicht sonderlich kompliziert. Meine Tiere gehören zur Unterart Podarcis muralis nigriventris, die unter Terrarianern oft als „Podarcis muralis brueggemanni“ angeboten wird. Mehr Informationen zur Biologie der Mauereidechse...
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