Abgottschlangen (Boa constrictor)

FotoSonora
Kaiserboa mit Herkunft Sonora (Mexico)

Für Boa constrictor werden 7–11 Unterarten anerkannt. Ich pflege drei Unterarten:

Kaiserboa (Boa constrictor imperator)

Kaiserboas gehören zu den robustesten Boas überhaupt. Sie sind sehr anpassungsfähig und bewohnen eine Reihe verschiedener Habitate mit unterschiedlichem Klima. Die Tiere dieser Unterart sind in Zeichnung, Farbe und Größe sehr variabel. Boa c. imperator bewohnt Mittelamerika und den nördlichen Teil Südamerikas westlich der Anden und bildet dabei diverse Lokalformen.

Eine davon ist die klein bleibende Sonora-Variante: Weibchen erreichen eine Länge von 140–180 cm, Männchen 100–150 cm. Die Sonora-Wüste in Mexiko ist die Heimat dieser besonders dunklen, schwarz-grau gefärbten Tiere mit hellgrauem Zeichnungsmuster; diese Variante ist häufig ganz besonders kontrastreich gezeichnet. Das natürliche Klima ist für einen Boa-Lebensraum ungewöhnlich trocken, und es gibt in diesem Biotop starke Tag-Nacht-Temperaturschwankungen. Ich pflege ein Pärchen dieser Lokalform, die rezessiv ein Gen für Anerythrismus tragen.

FotoCostaRica
Kaiserboas mit Herkunft Costa Rica (frischer Wurf)

Die zweite von mir gepflegte Lokalform stammt aus Costa Rica (Nördliche Variante): Diese Tiere haben das typische „Imperatorkreuz“ als Kopfzeichnung und sanduhrförmige oder schmetterlingsförmige Sattelflecken. Diese Kaiserboas sind meist farbenprächtiger als die südlicher beheimateten. Sie haben eine mittel- bis dunkelgraue oder braune Grundfärbung mit orange- bis rotbraunen, oft miteinander verbundenen Sattelflecken und rotbraunen Schwanzmarkierungen. Weibchen erreichen eine Länge von 180–220 cm, Männchen 140–170 cm.

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Albino-Boa (Sharp)

Zudem pflege ich eine Gruppe von Albino-Boas (Sharp-Linie), dies ist die am zweithäufigsten gezüchtete Form von Amelanismus bei Abgottschlangen. Den Tieren fehlt das schwarze Pigment in der Haut, was sie im Terrarium aber nicht einschränkt oder schwächt. Das Männchen ist ein sehr kontrastreich gezeichneter Albino mit interessanter roter Zeichnung am Schwanz. Zwei der Weibchen sind heterozygot und eines ist ein Salmon-Albino-Het, ein Teil der Jungtiere aus der Verpaarung mit diesem Weibchen wird also aus Sunglows bestehen. Es handelt sich um blutsfremde Tiere.

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Südboa (Boa constrictor occidentalis)

Südboa (Boa constrictor occidentalis)

Boa c. occidentalis sind die am weitesten nach Süden vordringenden Abgottschlangen überhaupt (Pampas in Nord- und Zentral-Argentinien sowie Paraguay). Es ist die einzige Unterart, die im Anhang I des Washingtoner Artenabkommens geführt wird, und genießt damit international besonderen Schutz, Nachzuchten dürfen nur mit Original-CITES verkauft werden. Das Klima ist feuchtwarm, aber aufgrund der südlichen Lage gibt es starke Temperaturschwanken zwischen Tag und Nacht und im Südwinter werden vereinzelt Temperaturen von nur 8 °C gemessen.

Diese wunderschön dunkel gezeichnete Unterart gehört zu den größten der Abgottschlange. Weibchen messen maximal 240–350 cm, Männchen 220–300 cm. Boa c. occidentalis wird oft ein aggressives und unberechenbares Temperament und gesteigerte Aktivität nachgesagt. Beides kann ich nicht bestätigen. Ich pflege ein äußerst freundliches Pärchen dieser wunderbaren Tiere.

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Langschwanz-Boa (Boa constrictor longicauda)

Langschwanzboa/Tumbes-Boa (Boa constrictor longicauda)

Der Name longicauda bedeutet übersetzt „Langschwanz“ und bezieht sich damit auf den Unterschied der Proportionen des Körperbaus bei dieser Unterart im Vergleich zu allen anderen. Langschwanzboas bewohnen die Provinz Tumbes in Nordwest-Peru, also westlich der Anden. Inzwischen gilt diese erst 1991 beschriebene Form bei den meisten Taxonomen als eigene Unterart. Weibchen werden 230–290 cm, Männchen 170–230 cm lang. Ich pflege zwei Paare der hellen Variante, allesamt sehr pflegeleichte Schlangen mit ruhigem Charakter und großem Appetit.

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